Porträt Christoph Burger
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11.12.2017 Bewerbung

Vorstellungsgespräch: Wie zeige ich Motivation?

"Ja, ich will" lautet der richtige Text!

Irgendwie geht ein Gespräch nach dem anderen baden, irgendwie scheint die Motivation nicht deutlich zu werden. Was tun? Bewerbungsratgeber stellen die Vorbereitung in den Vordergrund: Man soll etwas übers Unternehmen erzählen können. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Vorbereitung – persönlich

Tatsächlich ist die Vorbereitung auf Vorstellungs- und Personalgespräch das A & O des Erfolgs. Nur: Genügt es, wenn man die Firmenprodukte kennt, die Unternehmensgeschichte korrekt aufzählen kann und weiß, wie der Gründer heißt? Anders herum gefragt: Was würde fehlen, wenn jemand all das kann? Was kannn es denn sonst noch geben? Stellen wir uns vor, ein Kandidat kann munter und datengenau all das erzählen – was hätte er demonstriert? Erst einmal nur, dass er gut auswendig lernen kann. Und sich die Zeit dafür genommen hat. Immerhin. Aber das genügt nicht.

Wirklich heiße KandidatInnen (aus Sicht des Unternehmens) können etwas anderes: Sie bringen eine persönliche Wertung ins Gespräch! Sie sagen auf die Frage „Was wissen Sie über unser Unternehmen?“ nicht, „Sie stellen Produkt x, y, z her.“ Sondern etwa: „Sie stellen xyz her und das interessiert mich besonders, weil …“. Oder „Besonders spannend finde ich, dass ….“ Sie sagen nicht „Ihr Unternehmen ist ein Familienunternehmen und wurde 1960 gegründet.“ Sondern etwa: „Was ist klasse finde, ist, dass Sie als Familienunternehmen schon bald 70-jähriges Jubiläum feiern. Das sagt für mich: ….“

Tipps fürs Vorstellungsgespräch: Wieso persönlich werten?

Motivation ist offensichtlich etwas anderes, als die Fähigkeit, einen Text zu recherchieren und auswendig zu lernen. Erst das eine, dann das andere. Nicht umsonst beginnen Schüler mit dem Auswendiglernen und erst in späteren Klassen werden Erörterungen geschrieben. Zunächst kommen die Fakten, dann die Meinung. Und in der Meinung steckt die Motivation. Es handelt sich um ein persönliches Statement, dass man den Job wirklich machen will – nicht aus Gründen der Arbeitslosigkeit, sondern weil der Wille dazu da ist. Weil man Lust drauf hat.

Praktischer Tipp: Wenn Sie einer etwas skeptischen Freundin oder einem Freund, der noch nie von Ihrem zukünftigen Arbeitgeber gehört hat, erklären wollen, warum Sie dort unbedingt antreten möchten, dann sind Sie auf dem richtigen Pfad. Mit dieser Art Antwort kommen Sie weiter. Sie werden nicht allein die Fakten herbeten, sondern in diesem Fall ist klar, dass es um Ihre Meinung dazu geht. So wie sie hier, im privaten Kreis, antworten, so etwa können Sie es auch im Vorstellungsgespräch erzählen. Bilden Sie sich eine Meinung: Fragen Sie sich immer wieder, angesichts der Fakten, die Sie auf der Website lesen können: Was halte ich davon? Das, was Sie gut finden, können Sie im Vorstellungsgespräch erzählen (das andere lassen Sie einfach weg).

Zusammengefasst geht Motivation zeigen so: (1) Recherchieren Sie gründlich jede Art von Fakten über Job und Arbeitgeber. (2) Bilden Sie sich eine Meinung. (3) Und erzählen Sie – auf Nachfrage oder gerne auch ungefragt – an passender Stelle, was Sie recherchiert haben und was Ihnen daran gefällt.



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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