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21.07.2014 Bewerbung

Initiativbewerbung: Warum Sie telefonisch nachhaken müssen

Zur erfolgreichen Initiativbewerbung gehört die Kontaktaufnahme per Telefon. Wie dringend das telefonische Nachhaken ist, zeigte sich  gestern bei einem Gespräch über Fachkräftemangel und Personalgewinnung.

Personaler ersticken im Alltagsgeschäft

Martin Gaedt, Autor des Buches „Mythos Fachkräftemangel“, ist viel unterwegs. Mitarbeiter der Human Ressources im ganzen Land wollen von ihm wissen, wie sie Fach- und Führungskräfte gewinnen können. Wenn Martin Gaedt dann die vielen Möglichkeiten dazu erläutert, findet er Aufmerksamkeit und Interesse. Häufig löst er eine regelrechte Aufbruchstimmung mit seinen Thesen aus („Martin Gaedts Top Ten gegen den Fachkräftemangel“).

Kürzlich begeisterte er wieder Personaler aus den verschiedensten Unternehmen. Für den Vortrag hatten Sie sich sogar an einem Wochenende versammelt. „Was werden sie am Montag anders machen?“ fragte Martin Gaedt seine Zuhörer am Ende. „Wir werden die Initiativbewerbungen durchsehen!“ kam als Antwort.

Offensichtlich sind die Mitarbeiter in den Personalabteilungen zu sehr beschäftigt: Sie schließen Arbeitsverträge, nehmen Eingruppierungen vor, formulieren Stellenanzeigen, führen Personalgespräche, stimmen sich mit Fachabteilungen ab und vieles mehr. Bei all dem finden sie keine Zeit dafür, Initiativbewerbungen zu sichten. Obwohl sie dies durchaus für eine gute Idee halten.

Empfehlungen für Initiativbewerber

Haben Sie also keine Scheu davor, sich aktiv bei den Unternehmen zu melden. Offensichtlich helfen Sie den Personalabteilungen weiter, wenn Sie Ihre Bewerbung in Erinnung bringen. Die fünf Schritte zur erfolgversprechenden Initiativbewerbung hatte ich an anderer Stelle schon geschildert. Dazu gehört das telefonische Nachhaken. Dies ist natürlich nur möglich, wenn Sie vorab telefoniert und Ihre Bewerbung gezielt an den Telefonpartner gerichtet haben. Martin Gaedts Beispiel macht deutlich, wie wichtig das Nachhaken ist.

Planen Sie Ihren Anruf bereits fünf Werktage nach Absenden Ihrer Initiativbewerbung ein. Wenn die Personalabteilung dann noch nicht dazu gekommen ist, sich mit Ihrem Angebot auseinander zu setzen, vereinbaren Sie einen weiteren Termin, z.B. in vier Wochen. Da haken Sie erneut nach.

Unternehmen abschrecken?

Könnten Sie durch ein beharrliches Nachhaken Unternehmen abschrecken? Ja, das ist möglich. Erstens wenn Sie den richtigen Ton verfehlen. Ihr Sound sollte sanft und freundlich sein. Kein Nörgeln, keine Beschwerde, keine vernehmliche Ungeduld, vollstes Verständnis für Chefs und Personaler mit übervollen Terminkalendern.

Zweitens: Wenn Ihr Sound stimmt, können Sie nur noch solche Gesprächspartner abschrecken, die bereits ein höfliches Interesse Ihrerseits zum Einschnappen bringt. „Jetzt ruft dieser Typ schon wieder an, obwohl gerade mal vier Wochen vergangen sind. Als wenn ich sonst nichts zu tun hätte. Bewerber sind ja wohl kleine Würstchen im Vergleich zum Unternehmen. Das ist vielleicht nicht angenehm für die Leutchens, aber so ist es nunmal. Bewerber sollen nicht nerven, sondern sich geduldig anstellen, bis sie an der Reihe sind.“ So mag der überanstrengte Personaler an einem schlechten Tag insgeheim denken.

Wie es wohl wäre, in einem solchen Unternehmen beschäftigt zu sein? Wäre es wirklich schlimm, von dort eine Absage zu erhalten? Ich denke nicht. Das Bedauern dieses Unternehmens, Ihnen leider keinen passenden Arbeitsplatz anbieten zu können, würde Ihnen sogar dabei helfen, einen Platz bei einem besseren Arbeitgeber zu finden.



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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