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28.03.2013 Karriere

Wie finden Sie die passende Weiterbildung?

Weiterbildung lohnt sich: Eine Investition in die eigene Weiterbildung bringt meist mehr Rendite, als die in Gold oder in Aktien. Doch wie geht man das eigene Weiterbildungsprojekt in der Region Stuttgart am besten an? Tipps vom Karriereberater.

Welche Weiterbildung passt?

Zunächst sollte per privater oder professioneller Karriereberatung geklärt werden: Welche Art von Weiterbildung führt zum gewünschten Effekt, nämlich „weiter“? Grundlinie ist dabei, dass man die bisherige Berufsbiografie fortschreibt. D.h. eine völlig neue Richtung einzuschlagen, sollte nicht die erste Idee sein. Wer beispielsweise Elektriker ist, findet im bundesweit hervorragend dastehenden etz-Stuttgart passende Angebote. Gelernte Mechaniker dagegen eher nicht – es sei denn, sie suchen sich dort die „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten“ heraus und wollen in die Instandhaltung. Umgekehrt ist die CNC-Technik etwas für Mechaniker, aber nicht für Elektriker. Sind Sie Geisteswissenschaftler oder Philosoph, könnten praktische Kompetenzen wie Projektmanagement oder Marketing sinnvoll sein. Programmierkenntnisse in C# mögen auf dem Markt dagegen grundsätzlich gefragt sein; da die Programmierung nichts mit Ihrem Studium zu tun hat, wird es Sie jedoch kaum weiter bringen.

Selbstverständlich sollten Sie ein Auge auf den Arbeitsmarkt werfen. Glücklicherweise ist dieser recht offenherzig: Stellen sind ausgeschrieben! Man kann den Markt daher gut durchforsten. Günstig ist, wenn dem eigenen Profil eine einzige Kompetenz fehlt, die Sie per Weiterbildung erwerben. Im Zweifel können Sie auch bei Unternehmen anfragen: „Sie haben Stelle xy ausgeschrieben und verlangen Erfahrung in yz. Genau hier plane ich eine Weiterbildung. Könnte ich mich auf der Basis meines gelernten Berufes mit Weiterbildung yz erfolgreich bei Ihnen bewerben?“ Merke: Nicht jede Weiterbildung ersetzt Berufserfahrung.

Wo finde ich Weiterbildungen?

Das größte Verzeichnis von Weiterbildungen dürfte das „Kursnet“ der Arbeitsagentur bieten. Eine andere Anlaufstelle für die Region Stuttgart ist das Verzeichnis fortbildung-bw.de. Ferner bietet die IHK eine hilfreiche Datenbank. Interessant ist auch der Weg über die Weiterbildungsträger. Haben Sie beispielsweise herausgefunden, dass die DAA viele kaufmännischen Weiterbildungen im Programm hat, rufen Sie dort an, ob auch die von Ihnen gesuchte Qualifizierung dort absolviert werden kann.

Akademiker werden selbstverständliche bundesweit suchen – hier „ist die Region zu klein“. Natürlich kann es sein, dass auch im Raum Stuttgart ein passender Anbieter am Markt ist. Grundsätzlich sollten gerade Führungskräfte aber auch darauf achten, dass der Anbieter überregional bekannt ist. Auf solchen Seminaren treffen Sie andere, die auf Ihrer Ebene aktiv sind und können das Seminar gleich zum Netzwerken nutzen. Hilfreich ist auch, wenn Sie mit Ihrem künftigen Chef schon im Vorstellungsgespräch über die Güte des Anbieters plaudern können. Oder der Chef sagt: „Ach, dort wollte ich auch schon immer mal eine Weiterbildung machen. Leider fehlte mir immer die Zeit….“

Informieren Sie sich vor Ort

Ein paar Tage Rhethorik oder eine Woche Projektmanagement werden gebucht und absolviert. Bei 10 Monaten Weiterbildung zur Fachkraft für xy sieht das anders aus: Informieren Sie sich unbedingt vor Ort. Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie sich beraten. Nehmen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit zum Termin. Mit etwas Glück erhalten Sie wertvolle Hinweise darauf, ob die von Ihnen priorisierte Weiterbildung überhaupt die richtige ist. Dazu haben Sie die Chance, sich vor Ort ein Bild zu machen: Erscheint alles übersichtlich und gut organisiert? Nimmt man sich Zeit für Sie? Erscheinen die Dozenten – in ein paar Probestunden – kompetent? Passt alles, nehmen Sie etwas Geld in die Hand. Bedenken Sie: Es winkt eine größere Rendite, wie Sie auf dem Kapitalmarkt erzielen können.

Übrigens: Neben einem höheren Gehalt gibt es immer noch etwas anderes, das Sie mir Weiterbildung erreichen: Die Jobsicherheit! Wer sich beispielsweise als Umwelttechniker oder Grafikdesignerin nebenher um das kleine Firmen-Netzwerk kümmert, den entlässt man nicht so schnell.

Im nächsten Artikel gebe ich weitere, konkrete Hinweise zu gängigen Abkürzungen im Bildungsdschungel und übliche Lernformen

Lesen Sie hier  einen Kommentar dazu, wie sich Unternehmen zu Aus- und Weiterbildungen und zum Fachkräftemangel verhalten.



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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