Porträt Christoph Burger
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16.12.2014 Bewerbung

Vorstellungsgespräch: In drei Schritten zum aussagekräftigen Beispiel

Steht bei Ihnen ein Vorstellungsgespräch an? Oder ein Personalgespräch für die nächste Führungsebene? Vielleicht planen Sie auch beim Neujahrsempfang mit Ihrem Chef-Chef über sich zu plaudern? In jedem Fall wollen Sie in wenigen Worten ein nachdrückliches, positives Bild von sich vermitteln. Wie gelingt Ihnen das am besten? Hier führt nichts über das prägnante Beispiel. Bereiten Sie sich in folgenden drei Schritten vor.

Die eigenen Stärken bestimmen

Was sind Ihre Stärken? Benutzen Sie eine gängige Liste mit Schlüsselqualifikationen. Fragen Sie Freunde, Kolleginnen und Kollegen nach ihrer Einschätzung; denn häufig fallen einem die eigenen starken Seiten gar nicht selbst auf. Oder Sie vergleichen sich mit anderen: Wo lösen Sie Aufgaben besser als ähnlich qualifizierte Kollegen?

Denken Sie beispielsweise an die Handhabung der relevanten Software. An die Analyse eines Problems. Oder an das Zurechtfinden im Dschungel der Gesetze und Vorhaben. Wofür haben Sie sich einen Ruf bei Ihren Kollegen und Chefs erarbeitet?

Storytelling im Vorstellungsgespräch

Haben Sie Ihre persönlichen Stärken gefunden, folgt der zweite Schritt: Fahnden Sie nach einem griffigen Beispiel. Wo und wann ganz konkret hat Ihre Kompetenz den Unterschied gemacht? Beginnen Sie mit dem Satzanfang „Es war einmal …“. Er führt Sie zu einem konkreten Ereignis. Bestimmen Sie auf diesem Weg eine Zeit, einen Ort und die wichtigsten damals agierenden Personen.

Bereiten Sie Ihre Geschichte zu Ihrer Stärke weiter vor, indem Sie sie immer mehr zuspitzen. Es geht um den Kern, ums Wesentliche. Was brauchen Sie, um Ihre Story zu erzählen? Alles Überflüssige wird jetzt gestrichen.

Hier ein Beispiel. „Als ich Abteilungsleiter wurde, waren meine Mitarbeiter skeptisch mir gegenüber. Irgendetwas lief nicht rund. Aber was? In vielen langen Einzelgesprächen baute ich Vertrauen auf. Heute habe ich ein Team, das sehr gut harmoniert. Zweimal im Jahr lade ich zum gemeinsamen Abendessen ein und alle kommen gern und tauschen sich aus. Wir waren auch schon mal bei einem Konzert bei der Jazz Open. Und am 3. Oktober waren wir – trotz Feiertag – gemeinsam Segeln.“

Dieses Beispiel zeigt sehr gut, wie der Erzähler als Chef funktioniert („lange Einzelgespräche“). Es dokumentiert ein klares Ergebnis (ein skeptisches Team wird motiviert). Trotz der Kürze der Darstellung kommen anschauliche Details zur Sprache („Jazz Open“, „Segeln“).

Vielleicht hätte es noch Details gegeben. Etwa, dass nicht alle mit Segeln waren: Eine Kollegin laborierte gerade an einer Grippe, eine andere musste zum 80. Geburtstag ihrer Oma. Aber das interessiert hier nicht. Es würde eher als kleinkariert gelten, wenn Sie Ihre runde Geschichte mit solchen Kleinigkeiten überfrachten.

Krönen Sie Ihr Beispiel mit einer Überschrift

Als Sahnehäubchen verleihen Sie Ihrem Beispiel eine Überschrift. Das könnte sein: „Team-Motivation“ oder „Team-Leitung“. Besser ist aber das Konkrete. Das wäre die Überschrift „Segeltag“.

Wichtig ist nicht, dass der Titel alles sagt, sondern dass er als Merkhilfe funktioniert. Haben Sie die Geschichte erzählt, dann benötigen Sie im weiteren Gespräch Sie nur noch das Wort „Segeln“ zu erwähnen, um die Geschichte für Ihre Zuhörer zu aktualisieren. Etwa so:

„Zur Frage, wie ich Mitarbeiter motiviere, habe ich Ihnen ja vom Segeln am Feiertag erzählt. Vor fünf Jahren, als ich Abteilungsleiter wurde, waren die Mitarbeiter fast misstrauisch mir gegenüber. Und jetzt waren wir Segeln an einem Feiertag. Es ist wohltuend zu sehen, wie das Team inzwischen funktioniert.“

Zum Schluss noch ein Tipp, wie Sie Ihre Beispiele vorbereiten. Legen Sie eine 4-Spaltige Tabelle an. In die erste Spalte schreiben Sie die Überschrift für die Story. In der Zweiten Spalte beschreiben Sie die Situation, die Sie vorgefunden haben. In der dritten das, was Sie gemacht haben. Und die letzte Spalte füllt die Beschreibung der Ergebnisse.

Diese Liste dann durchzugehen und in die gesamte Vorbereitung für das Gepspräch zu integrieren, könnte Inhalt der Zusammenarbeit mit einem Jobcoach (hier geht es zu meinem Angebot) sein. Überarbeiten Sie die Beispiele in jedem Fall so lange, bis sie komprimiert und rund sind und das Wesentliche auf den Punkt bringen!



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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