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11.05.2016 Karriere

Absagen: 11 Gründe, die nichts mit Ihnen zu tun haben

Viele Bewerber erleiden jede Absage einzeln, begreifen sie gar als persönliche Zurückweisung. Da können die Unternehmen noch so sehr betonen, dass das alles nicht mir Ihrer Qualifikation oder Person zu tun habe: Die Floskel wird durchschaut. Das Ergebnis ist ja auch offensichtlich: „Die wollen mich nicht!“, an diesem Fakt gibt es nichts zu rütteln.

Derart mit ständigen Dämpfern versehen, sinkt verständlicherweise Ihre Energie, sich weiter zu bewerben. Statt eines gut gelaunten und optimistisch-tatkräftigen Bewerbers treffen die Interviewer im Vorstellungsgespräch ein misstrauisches Häuflein Elend, das sich mit letzter Kraft bemüht, sich selbst einigermaßen zu verkaufen. So wird es nichts mit dem Job.

Doch Abhilfe wartet hier: Es gibt eine Menge Gründe für Absagen, die nichts mit Ihnen, Ihrer Person oder Qualifikation zu tun haben! Elf davon führe ich hier auf. Und glauben Sie mir: Ich möchte Ihnen keinen billigen Trost spenden. Nein, die hier beschriebenen Ursachen liegen in dieser Minute ganz real in hunderten Unternehmen mehreren hundert Absagen zu Grunde. Selbst wenn Sie einer der Betroffenen sind: Sie werden davon nichts erfahren, denn der Absagebrief ist immer allgemein gehalten.

Also: Hier die elf häufigsten Gründe für Absagen auf Bewerbungen, die nichts, aber auch gar nichts mit Ihnen zu tun haben.

11 Gründe für Bewerbungs-Absagen, die nichts mit Ihnen als Bewerber zu tun haben

  1. Change: Ihre Person oder Qualifikation passen nicht mehr: Das Unternehmen hat inzwischen das Stellenprofil verändert.
  2. Pech: Ausgerechnet auf diese Stelle bewirbt sich jemand noch besser Passendes, obwohl Sie eigentlich ein Top-Bewerber sind und in praktisch jedem anderen Fall eine Zusage erhalten hätten.
  3. Einstellungsstopp: Die Stelle wurde inzwischen gestrichen, alle Bewerber erhalten einen Korb.
  4. Intern: Der Job wurde intern besetzt – alle externen Kandidaten schauen in die Röhre.
  5. Vitamin B: Die Stelle geht an einen alten Schulfreund, an die Cousine oder die Geliebte, wie sich mittlerweile heraus stellte – Sie hatten keine Chance. Wie alle anderen ohne das besondere Moment.
  6. Die Personalabteilung hat Ihnen abgesagt. Der Chef hätte Sie zwar eingestellt, nur leider hat er ihre Bewerbung nie zu Gesicht bekommen.
  7. Marktforschung: Die Stelle gab es nie, das Unternehmen wollte nur mal den Bewerber-Markt testen und erfahren, wer sich da so tummelt und wie deren Gehaltsforderungen sind.
  8. Werbung war der wahre Grund: Das Unternehmen war bestrebt, einen gesunden Eindruck zu verbreiten – in Wahrheit schrumpft der Betrieb und stellt bis auf weiteres niemand ein.
  9. Der Form halber: Die Position musste aus formalen Gründen ausgeschrieben werden – alle externen Bewerber waren aber chancenlos, da die interne Lösung schon vorher feststand.
  10. Machtmittel: Das Unternehmen wollte Druck auf die eigenen Mitarbeiter ausüben, indem sie die Stelle inserierte – in Wirklichkeit war nie daran gedacht, sie zu besetzen.
  11. Zeitablauf: Ihre Bewerbung traf zu spät ein und wurde gar nicht mehr auf deren Inhalt geprüft, sondern ungelesen abgesagt.

Tipp: Machen sie sich weniger aus einzelnen Absagen. Konzentrieren Sie sich generell weniger auf eine ganz bestimmte Bewerbung, sondern halten Sie „mehrere Eisen ins Feuer“.

Oben finden Sie elf gute Gründe für genau dieses Verhalten: Viele Absagen haben nichts mit Ihrer Qualifikation oder Person zu tun, nehmen Sie sie nicht persönlich!

P.S. Vor einiger Zeit erschien der Beitrag eines Kollegen, der v.a. auf die psychologischen Seiten des Absagen-Erleidens eingeht. Bernd Slaghuis: 10-wahrheiten-gruende-jobabsage/



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Christoph Burger

Christoph Burger ist Diplom-Psychologe und Autor des Buches "Karriere ohne Schleimspur", das 2012 als eines der besten Managementbücher des Jahres ausgezeichnet wurde. Er arbeitet als Karriereberater in Herrenberg bei Stuttgart.

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