Gelassen durchs Vorstellungsgespräch: Bewährte Tipps gegen die Nervosität

Ein häufiges Anliegen in der Karriereberatung und Bewerbungsberatung ist es, die Nervosität im Vorstellungsgespräch zu reduzieren. Hier einige bewährte Tipps:

Acht bewährte Tipps gegen die Nervosität im Vorstellungsgespräch

1.) Bereiten Sie die Anfahrt gründlich vor. Bei näheren Entfernungen zum Stellenanbieter, also in der Region Stuttgart, kann eine Probefahrt vorab helfen. Fahrtroute, Ansicht des Gebäudes etc. sind dann schon vertraut. Ihr Unbewusstes, das Sie sonst in Richtung Aufregung schiebt, wird beruhigt. Bei längeren Anfahrten sollten Sie unbedingt ausreichend Zeit einplanen. Gehen Sie dennoch nicht zu früh ins Gebäude. Chefs lieben es nicht, wenn der Bewerber schon eine halbe Stunde vor dem Termin unruhig vor seiner Tür hin- und herläuft. Berücksichtigen Sie allerdings auch die Zeit, die Sie von der Pforte bis zum Zielort benötigen. So gibt es beispielsweise in der Region Stuttgart viele Unternehmen der Automobil- bzw. Automotive-Industrie mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Die Anmeldung am Empfang dauert hier länger.

2.) Bereiten Sie Ihren Auftritt gut vor: Wie kleiden Sie sich am besten? Wie sitzt die Frisur und gegebenenfalls die Schminke?Die Wahl des Outfits sollte weder overdresst noch underdresst sein. Was tun? Recherchieren Sie beispielsweise auf der Website, wie die Kleiderordnung im Zielunternehmen ist. Sollten Sie vorher dagewesen sein, konnten Sie vielleicht auch schon “live” beobachten, wer das Gebäude in welcher Kleidung betritt bzw. verlässt.

3.) Bereiten Sie alle Standard-Fragen mit den dazu gehörenden Antworten gründlich vor. Es gibt im Buchhandel hierzu einschlägige Werke, mit denen Sie sich informieren können.

4.) Bereiten Sie alle speziellen Fragen vor, die sich aus dem Abgleich Ihres Stellenprofils mit dem Wunschprofil des Unternehmens ergeben. Wer sich beispielsweise branchenfremd bewirbt, wird dies begründen müssen. Wenn Sie erst nach Stuttgart ziehen wollen, werden Sie u.U. kurz erläutern müssen, was Ihre Familie zu der Änderung sagt. So ergibt sich in jedem Einzelfall Klärungsbedarf, der häufig in der Rückschau zum entscheidenden Punkt des Vorstellungsgespräches wird. Bereiten Sie sich rechtzeitig darauf vor, so dass Sie keine bösen Überraschungen erleben.

5.) Machen Sie sich einen festen Plan, was Sie nach dem Gespräch tun werden. Egal, wie es ausgegangen sein wird: Für Ihre Anstrengung und den überstandenen Stress dürfen Sie sich belohnen, z.B. durch ein leckeres Essen in einem vorher fest definierten Lokal. Wichtig ist, dass der Plan wirklich konkret ist und Sie ihn sich bildlich vorstellen. Das hilft gegen Blackouts.

6.) Üben Sie alle Fragen vor dem Spiegel. Erzählen Sie sich selbst immer wieder die Antworten. Nutzen Sie, falls vorhanden, eine Video-Kamera.

7.) Üben Sie mit Partner/in / Freund / Freundin gleichfalls. Und natürlich gibt es auch die Option, einen professionellen Karriereberater mit einem Training mit Video-Feedback- Unterstützung zu beauftragen.

8.) Machen Sie sich klar: Kein Mensch erwartet, dass Sie vor einem Gespräch nicht nervös sind. Im Gegenteil, jemand, den ein solcher Auftritt völlig cool lässt, wirkt uninteressiert. Sie dürfen also anfangs ausdrücklich ein wenig nervös sein. Sollten Sie also während des Gesprächs die aufkommende Nervosität spüren, verfallen Sie nicht in Panik. Etwas Aufregung ist normal und gestattet.

Weitere Hinweise zur Aufregung im Vorstellungsgespräch

Die acht Tipps sind bewährt und helfen üblicherweise, Ihre Nervosität auf ein normales, erträgliches Maß. Vorbereitung ist also das A & O. Sollten Sie dennoch beim ersten Gespräch – vielleicht nach langer Zeit im Job ohne Bewerbungen – noch zu hippelig gewesen sein, trösten Sie sich. Bei der nächsten Gelegenheit wird es schon besser werden. Sie gewöhnen sich nach und nach daran und die Situation verliert ihre Besonderheit.

Falls sich jedoch nichts ändert: Forschen Sie per Innenschau danach, was der Grund Ihrer hartnäckigen Aufgeregtheit ist. Gehen Sie Ihren Befürchtungen nach. Was kann im schlimmsten Fall passieren? Legen Sie sich ein Konzept für alle Eventualitäten zurecht.

Wenn das alles gar nichts hilft, gerät die Psychotherapie ins Blickfeld. Aber auch ein Weg zum neuen Job, der ohne formelles Vorstellungsgespräch auskommt. Wenn Sie z.B. per persönlicher Empfehlung ein informelles Gespräch vereinbaren können oder über ein Praktikum in die Firma gelangen, kommt es gar nicht erst zur zugespitzten Situation des Vorstellungsgesprächs mit Nervositäts- und Blackout-Gefahr.

Viel Erfolg!

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